Die Entstehung des Talers Mitte des 15. Jahrhunderts konnten die jährlichen Fördermengen im Silberbergbau um ein Vielfaches erhöht werden. Die damaligen Hauptabbaugebiete lagen in den Tiroler Alpen, im Harz, im Erzgebirge und dem Mansfelder Gebiet.
Es war daher naheliegend, Silber vermehrt für die Münzprägung zu nutzen. Bisherige Rechnungseinheit war der Goldgulden, der aber für den Großhandel nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stand.
Lira Tron
Venedig ab 1472Testone
Mailand ab 1474In Venedig unternahm man 1472 die ersten Versuche, eine größere Silbermünze zu prägen als den bis dahin üblichen, etwa drei Gramm schweren Groschen. Es entstand die Lira mit etwa 6,5 Gramm Gewicht.
Im Jahr 1474 prägte man in Mailand den Testone, der ein Gewicht von 9,8 Gramm besaß.![]()
Herzog Sigismund von Tirol nutzte den Silberreichtum Tirols, um eine umfangreiche Münzreform einzuleiten, was ihm den Beinamen der Münzreiche eintrug. Als erste große Silbermünze ließ er 1482 den Pfundner prägen, der im Gewicht der venezianischen Lira entsprach.
Zwei Jahre später wurde ein Groschen von 16 Gramm geprägt, der den Wert eines halben Goldgulden hatte.
Pfundner
Hall ab 14821486 erfolgte dann in Tirol die Prägung der ersten Silbermünze, die im Wert dem Goldgulden entsprach und deshalb Guldiner genannt wurde. Der Guldiner wurde das Vorbild für alle nachfolgenden Talerprägungen. Er hatte ein Gewicht von ca. 32 g Gramm, entsprechend dem damaligen Wertverhältnis des Goldes zum Silber von 1:11.
Guldiner
Hall ab 1486Dieser erste Versuch war von großen technischen Schwierigkeiten in der Herstellung begleitet. Auch stießen die ungewöhnlich großen Münzen im Geldverkehr noch auf Ablehnung. Deshalb waren diese Ausprägungen nicht sehr umfangreich und wurden bald wieder eingestellt. Obwohl der Guldiner erstmals im Zuge einer Münzreform geprägt wurde, diente er häufig als Verehrpfennig, das heißt,
man verwendete ihn oft als Geschenkstück.Auch die großen Silbermünzen, die ab 1500 unter Kaiser Maximilian I. entstanden, dienten vorwiegend der Repräsentation.
Guldengroschen
Sachsen um 1500Um 1500 erfolgte in Sachsen ein weiterer entscheidender Schritt, große Silbermünzen in den Geldumlauf zu bringen: Die Prägung eines Guldengroschens, der genau wie der Tiroler Guldiner das Silberäquivalent eines Goldguldens darstellte.
Diese Münze wurde ab 1507 in Massen hergestellt und setzte sich als Silberwährung auch außerhalb Sachsens endgültig durch.
Talergroschen
Schlick 1525Die künftige Bezeichnung solcher Münzen sollte jedoch erst später aus Joachimsthal, der Bergbaustadt in Böhmen, kommen.
Die Stadt war auf dem Besitz der Grafen Schlick entstanden, nachdem reiche Silbervorkommen entdeckt worden waren. Die Silberausbeute war so groß, daß dort von 1520 bis 1528 ca 2,2 Millionen Stück an ganzen, viertel und halben Joachimsthaler großen Groschen geprägt worden sein sollen.
Aufgrund dieser außerordentlich großen Menge wurden sie überall bekannt unter der Bezeichung Joachimsthaler Groschen, die bald zu Thaler verkürzt wurde.
Der Taler war fast 400 Jahre lang die wichtigste Münze im deutschen Münzwesen. Auch im Ausland wurde er zum Vorbild für die dortigen Prägungen. In der Bezeichnung Dollar lebt sein Name bis auf den heutigen Tag fort.
In Venedig unternahm man 1472 die ersten Versuche, eine größere Silbermünze zu prägen als den bis dahin üblichen, etwa drei Gramm schweren Groschen. Es entstand die Lira mit etwa 6,5 Gramm Gewicht.
Im Jahr 1474 prägte man in Mailand den Testone, der ein Gewicht von 9,8 Gramm besaß.
Erzherzog Sigismund von Tirol
Guldiner 1486, Hall